Klangreihe mit Dreiklängen



Wie das Skriptumblatt "Prim-/Sekundzusammenhänge bei Dreiklangsfolgen" zeigt, lassen sich - wenn man die "Umkehrungen" mit einbezieht - alle Dur- und Molldreiklänge so nebeneinanderstellen, daß die einzelnen Töne entweder liegenbleiben oder einen Sekundschritt ausführen. Folglich vermag man dreistimmige Klangreihen zu bilden, indem man auf den Tönen einer Zwölftonreihe einen Durdreiklang oder einen Molldreiklang errichtet und diesen dabei in jener Stellung (Grundstellung, Sextakkordstellung oder Quartsextakkordstellung) aufschreibt, daß das Charakteristikum des Klangreihenprinzips, nämlich das ausschließliche Auftreten von Prim- und Sekundintervallen bei der Akkordfortschreitung, in Erscheinung tritt.

Beschränkt man sich dabei einerseits auf die ausschließliche Verwendung von Durdreiklängen und andererseits auf die ausschließliche Verwendung von Molldreiklängen, dann erhält man jeweils eine Parallele Klangreihe. Der irgendwie gemischte Gebrauch von Dur- und Molldreiklängen führt zu einer gewöhnlichen dreistimmigen Klangreihe.


Einen Einblick, wie sich mit solchen auf Dreiklangsbasis erstellten Klangreihen verfahren läßt, gewährt das Begleitwort (Analyse, Seite 5) zum Klavierstück "Erinnerung an Windhaag", op. 47, von Johann Sengstschmid.

Zur Bezeichnungsweise in den folgenden Beispielen: ein Großbuchstabe bei Tönen der Zwölftonreihe bedeutet einen auf diesem Ton errichteten Durdreiklang; ein Kleinbuchstabe einen Molldreiklang.



Klangreihe mit ausschließlich Durdreiklängen (Parallele Klangreihe):


Zwölftonreihe:


H


D


Es


G


C


Fis


E


Des


As


B


A


F
 
                           
Klangreihe: fis fis g g g ais gis as as b a a  
  dis d es d e fis e f es f e f  
  h a b h c cis h des c d cis c  


oder:


Zwölftonreihe:


H


D


Es


G


C


Ges


E


Des


As


B


A


F
 
                           
Klangreihe: fis fis g g g ges e f es f e f  
  dis d es d e des h des c d cis c  
  h a b h c b gis as as b a a  


[Anmerkung: Zum Unterschied zwischen den Intervallen der übermäßigen Sekund und der kleinen Terz siehe das Skriptumblatt
"Prim-/Sekundzusammenhänge bei Dreiklangsfolgen".]



Klangreihe mit ausschließlich Molldreiklängen (Parallele Klangreihe):


Zwölftonreihe:


h


d


es


g


c


fis


e


cis


gis


b


a


f
 
                           
Klangreihe: fis f ges g g a g gis gis b a as  
  d d es d es fis e e dis f e f  
  h a b b c cis h cis h des c c  


oder:


Zwölftonreihe:


h


d


es


g


c


fis


e


cis


gis


b


a


f
 
                           
Klangreihe: fis f ges g g fis e e dis f e f  
  d d es d es cis h cis h des c c  
  h a b b c a g gis gis b a as  


[Anmerkung: Zum Unterschied zwischen den Intervallen der übermäßigen Sekund und der kleinen Terz siehe das Skriptumblatt
"Prim-/Sekundzusammenhänge bei Dreiklangsfolgen".]



Klangreihe mit Dur- und Molldreiklängen gemischt:


Zwölftonreihe:


H


d


es


G


C


fis


E


Cis


gis


b


A


f
 
                           
Klangreihe: fis f ges g g a gis gis gis b a as  
  dis d es d e fis e eis dis f e f  
  h a b h c cis h cis h des cis c  





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Weiterführende Informationen in Wort und Ton: siehe Links

siehe auch: Klangreihenmusik (Gesamtüberblick)

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