"Auftrag und Inbild" (Walter Sachs),

Liederzyklus für Singstimme und Klavier, op. 24
()

 


Einführende Worte:

Der Zyklus besteht aus vier Liedern, und zwar aus Vertonungen der Gedichte "Die Kerze", "Schlüsselblumen", "Die Pflaume" sowie "Einer Rose" von Walter Sachs (1901-85), einem niederösterreichischen Dichter. Jedes Lied ist dreistimmig angelegt, wobei die Melodie der Singstimme aus den Tönen der obersten Instrumentalstimme gewonnen wurde. Die Begleitung ist für Klavier oder für drei den Stimmlagen entsprechenden Instrumenten (etwa 2 Klarinetten und Baßklarinette u.a.m.) gedacht. Der musikalische Satz basiert auf zwölftönigen Vierklanggruppen, welche Othmar Steinbauer gegen Ende seines Lebens entwickelt hatte.


Siehe auch: Besetzung j), Hörbares im Internet
 

Wiedergabe der vertonten Texte:

Die vier vertonten Gedichte aus der Feder von Walter Sachs sind dessen Lyrikbänden "Schlehdorn" ("Die Kerze", "Die Pflaume" und "Einer Rose") sowie "Der Karneol" ("Schlüsselblumen") entnommen und lauten:

Nr. 1: Die Kerze

In warmem Lichte der Raum,
sie selbst im Schatten. Doch wer
ist stark und leuchtend genug
für dieses brennende Gleichnis?


Nr. 2: Schlüsselblumen

Die Bienen summen, in Goldstaub gehüllt,
von Dolde zu Dolde.
Wie weit doch ist es von dir zu mir?
Was Bienen verschenken und duftende Kelche,
wir feiern es dankbar,
und dürsten dennoch wie Blumen vor Tag.
Was wissen wir mehr voneinander
als dämmernd Blüte von Blüte?
Erst diese Trauer läßt aufglühn
den rosigen Morgen des Menschen,
erwachen das Wunder der Liebe.


Nr. 3: Die Pflaume

Gelassen reifte, durch Monde,
die Pflaume zum Eirund. Dann fiel sie.
Doch wie sie auch wachsend bemüht war
um Auftrag und Inbild, den Duft,
das buchtige Blau, das bereifte,
um ihre Vollendung im Kern,
ihr Herz, bezwingend die Zeit,
den andern gilt nur das Fruchtfleisch,
ob Mensch oder Reh, sonst nichts.
Und dennoch: Verleih mir, Erfüllte,
mit deiner quellenden Süße
Geduld und Kraft zur Vollendung,
damit auch mir der Keim,
das Wesen reife wie dir!


Nr. 4: Einer Rose

Du spreitest die leuchtende Krone.
Gelassen, den Zweifeln entrückt
und nur vom Auftrag erfüllt,
verkündest du nichts als dein Wesen,
du Antlitz in Feuer und Duft,
und so das Geheimnis des Schönen:
Du bist, was blühend du scheinst.





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