Klangreihe und Akkordkrebs



Josef Matthias Hauer bringt in seinen Zwölftonspielen als häufiges Bauelement den Akkordkrebs, indem er neben die Akkordfolge einer Klangreihe deren rückläufige Form stellt. Dabei pflegt er folgende Reihung einzuhalten:



1. + 2. + 3. + 4. + 5. + 6. + 7. + 8. + 9. + 10. + 11. + 12. +

+ 13. (= 1.) + 12. + 11. + 10. + 9. + 8. + 7. + 6. + 5. + 4. + 3. + 2. + 1. Klangreihenakkord



Ein Beispiel:


An die zwölf Akkorde einer Klangreihe, die an 13. Stelle in den 1. Klangreihenakkord mündet,
 
Zwölftonreihe: e g cis d b c f a fis dis h gis (e)  
                             
cis+d+dis: dis dis cis d d d d d d dis dis dis (dis)  
b+h+c: h h h h b c c c c c h h (h)  
g+gis+a: gis g g g g g g a a a a gis (gis)  
e+f+fis: e e e e e e f f fis fis fis fis (e)  
                             
Klangreihenakkord Nr.: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 (13=1)  
 

schließt sich deren krebsgängige Klangfolge an, beginnend mit dem 13. (= 1.) Klangreihenakkord.
 
 
cis+d+dis: dis dis dis dis d d d d d d cis dis dis  
b+h+c: h h h c c c c c b h h h h  
g+gis+a: gis gis a a a a g g g g g g gis  
e+f+fis: e fis fis fis fis f f e e e e e e  
                             
Klangreihenakkord Nr.: 13=1 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1  


[Anmerkung: Auf dieser Klangreihe plus deren Akkordkrebs beruhen das Thema und alle Variationen der "Passacaglia für Klavier" , einer Teamarbeit einer Gymnasialklasse. Eine Notenausgabe samt Analyse findet sich in Sengstschmids Buch "Kreatives Spielen mit Tönen".]



Es fällt auf, daß beim Akkordkrebs die Zwölftonreihe fehlt. Will man sie anführen, dann muß man sich folgende Gegebenheit vor Augen halten:

Greift man etwa oben bei der Klangreihe den Übergang vom 12. zum 13. Klangreihenakkord heraus, dann sieht man, daß sich drei Töne wiederholen und daß jener Ton, der sich beim Akkordwechsel ändert, nämlich der Ton fis (Ausgangston), in den Reihenton e (Zielton) hineinschreitet. Im Akkordkrebs wird beim 13. Klangreihenakkord aus dem e hingegen ein Ausgangston, der in den Zielton fis führt. Aus fis-e wurde e-fis. Analoges trifft für alle anderen Akkordübergänge zu.

Die ursprünglichen Ausgangstöne, die nun Zieltöne wurden, ergeben eine neue Zwölftonreihe (Töne 12 bis 1), die völlig anders aussieht, sodaß man zwischen beiden Reihen ohne Kenntnis des Klangreihen-Akkordkrebs-Bezuges kaum eine Verwandtschaft vermuten würde.
 
Zwölftonreihe: e fis a c d f g e b h cis dis gis  
                             
cis+d+dis: dis dis dis dis d d d d d d cis dis dis  
b+h+c: h h h c c c c c b h h h h  
g+gis+a: gis gis a a a a g g g g g g gis  
e+f+fis: e fis fis fis fis f f e e e e e e  
                             
Klangreihenakkord Nr.: 13=1 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1  





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Weiterführende Informationen in Wort und Ton: siehe Links

siehe auch:

Klangreihenmusik (Gesamtüberblick)
Anleitung: Rekonstruktion eines Zwölftonspiels

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