Die kleine Abwandlung



So wie bei der großen Abwandlung eine vollständige Zwölftonreihe rotiert, so ist es ebenso möglich, daß einzelne Reihenabschnitte einem solchen Permutationsprinzip unterworfen werden.

Beispielsweise kann die gleichzeitige Rotation der ersten und der zweiten sechs Reihentöne erfolgen, und ein solches siebengliedriges Rotationsprinzip nennt man eine "kleine Abwandlung" (Modell 6+6, das heißt, es rotieren zwei "Tonmengen" von je 6 Tönen).
 
 
Reihe 1: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12  
Reihe 2: 2 3 4 5 6 1 8 9 10 11 12 7  
Reihe 3: 3 4 5 6 1 2 9 10 11 12 7 8  
Reihe 4: 4 5 6 1 2 3 10 11 12 7 8 9  
Reihe 5: 5 6 1 2 3 4 11 12 7 8 9 10  
Reihe 6: 6 1 2 3 4 5 12 7 8 9 10 11  
Reihe 7=1: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12  



[Anmerkung: Auf den jeweils sieben Reihen einer kleinen Abwandlung ("geschlossene kleine Abwandlung") beruhen zahlreiche Kompositionen, unter anderem formbildend jeder Satz der "Rosette zu zwei Stimmen", op. 2, der "Rosette zu drei Stimmen", op. 7, sowie der "Sieben kleinen Klavierstücke in Spiegelform", op. 15, von Johann Sengstschmid, und nicht-formbildend etwa die Chorkomposition "Halt an, wo läufst du hin", Werk 8, von Othmar Steinbauer, ferner der 1. und 2. Satz von dessen 1. Violinsonate, Werk 15, oder Sengstschmids "Impromptu für Harfe", op. 34. Auf den sechs Reihen einer kleinen Abwandlung ("nicht geschlossene kleine Abwandlung") beruht formbildend Sengstschmids "Ave regina caelorum", op. 19a, bzw. die "Meditation", op. 19b.]




Rotationsprinzipien:
Kleine Abwandlung:

Weiterführende Informationen in Wort und Ton: siehe Links

siehe auch: Klangreihenmusik (Gesamtüberblick)

zurück zum Stichwortverzeichnis

zurück zu den Permutationsformen

zurück zur Startseite