Mag. Johann Sengstschmid, Prof. i. R.
Buchmayrstraße 1/11
A-3100 St. Pölten
Tel.: +43 (0) 2742 / 38 14 13
E-Mail:
johann.sengstschmid@musiker.at
 





... damit dieses eine wohlklingende Harmonie gebe
zur Ehre Gottes und zulässiger Ergötzung des Gemüts
und soll wie aller Musik ... Finis und Endursache anders nicht,
als nur zu Gottes Ehre und Recreation des Gemüths sein.
Wo dieses nicht in acht genommen wird,
da ist's keine eigentliche Musik
sondern ein teuflisches Geplärr und Geleyer.


(J. S. Bach)
 



Wir fordern, daß die Schönheit
in ihre uralten Rechte wiedereingesetzt wird.


(Jörg Mauthe/ Günther Nenning,
aus dem "Schönheitsmanifest", 1984)




Hinweis auf die Klangreihenmusik





Wem unsere Umwelt ein aufrichtiges Anliegen ist, der sollte in seinem Sinnen und Trachten nicht übersehen, daß es auch eine musikalische Umweltverschmutzung gibt, welche zur Prägung des Zeitgeistes mit beiträgt.

Als Prototyp häßlicher Musik gilt gemeinhin die Zwölftonmusik, doch es gibt auch eine
"andere" Zwölftonmusik, und diese ist harmonisch und trägt die Bezeichnung "Klangreihenmusik".

Sie klingt wohltönend und unverkrampft wie die herkömmliche "klassische" Musik (dafür ein Beleg), geht aber nicht wie jene von siebenstufigen Tonleitern aus, sondern beruht auf allen zwölf Tönen.

Zwölftönigkeit - in rechter Weise eingesetzt - muß nicht entsetzliches Getön gebären. Wer sich um 7.000 Währungseinheiten etwas Schönes kaufen kann, der bleibt in der Lage, auch um 12.000 noch etwas Schönes zu erhalten; warum soll das in der Musik anders sein? Nach welcher Logik vermag nur Siebentönigkeit eine harmonische Musik zu ermöglichen, während das um fünf Töne reichere Tonmaterial zum Gegenteil führt? Es kommt eben auf die rechte Handhabung an.

Marcel Reich-Ranicki stellte einmal im "Literarischen Quartett" pointiert fest, Musikkritiker schrieben allenfalls über Stockhausen, legten aber daheim zur späten Stunde eher Brahms auf den Plattenteller, und wenn man sich sonst unter kulturell Interessierten umhört, dürfte man selten jemanden finden, der seine Seele bei serieller Musik baumeln läßt.

Wie eingangs erwähnt, gibt es im 20. Jahrhundert sehr wohl - wenn auch weitgehend unentdeckt - eine Musik, die sich zur "Recreation des Gemüths" eignet.

Die allgemeine Meinung hat es freilich längst aufgegeben, eine wohlklingende Harmonie im Zeitgenössischen zu erwarten, ja es ist kaum in das Bewußtsein der meisten Musikexperten gedrungen, daß es nicht bloß eine einzige, sondern vielmehr DREI WIENER ZWÖLFTONSCHULEN gibt, die sich in Klangbild und Melodik für jedermann hörbar unterscheiden. Sie werden durch die Namen Schönberg, Hauer und Steinbauer repräsentiert.

Geprägt durch das stark voneinander abweichende Zwölftondenken seiner Lehrer Arnold Schönberg (Zwölftontechnik) und Josef Matthias Hauer (Tropen, Zwölftonspiel), schuf der Wiener Komponist Othmar Steinbauer (1895-1962) eine weitere eigene Gattung zwölftöniger Musik, welche vor allem durch ihre Harmonie besticht: die Klangreihenmusik.

Als musiktheoretische Grundlage dient ihm die von ihm entwickelte "Klangreihenlehre", eine lehrbare (zwölftönige) Satzlehre im Rang von Kontrapunkt oder Harmonielehre. Mit Recht spricht der österreichische Musikpublizist und Autor einer Hauer-Monographie, Walter Szmolyan, von "drei Wiener Zwölftonschulen".

Wer der Klangreihenmusik hörend begegnen will, dem wird über die Internetseite Werkeinspielungen im Internet die Möglichkeit dazu geboten.

Für einen ersten Eindruck würde sich etwa folgende, in Internet anklickbare Hörauswahl empfehlen:

 


All die Hinweise wie die obigen mögen neugierig machen, doch ihr wahrer Wert erschließt sich erst durch tatsächliches Hineinhören in die Klangreihenmusik, und dazu ergeht eine herzliche Einladung.






Johann Sengstschmid





Weiterführende Informationen in Wort und Ton:
 


Links
Klangreihenmusik (Gesamtüberblick)
Die 3 Wiener Zwölftonschulen (Gegenüberstellung)
Die 3 Wiener Zwölftonschulen in je einem Hörbeispiel
Einführung in die Klangreihenmusik
Eigenschaften der Klangreihenmusik
Klangreihenmusik: Musik mit neuer "Antriebskraft"
Elemente der Renaissance- und Barockmusik in der Klangreihenmusik

Allgemeines zur Klangreihen-Kompositionstechnik
Besinnliche Klangreihenmusik für stille Stunden

Neuevangelisierung und Musik
Othmar Steinbauers Leben und Werk in Wort und Ton
Johann Sengstschmids Leben und Werk in Wort und Ton
Wiedergabe von Noten (Verzeichnis)
Blätter aus dem Theorieskriptum (Verzeichnis)
Fachbegriffe (alphabetisches Stichwortverzeichnis)
www.klangreihenmusik.at